Wächst Südkoreas Riese Kim Shinwook bei WM über sich hinaus?

Südkorea
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Wer wird der größte Stürmer bei der Weltmeisterschaft in Russland? Einer der alten Rivalen Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi? Ihr legitimer Thronfolger Neymar? Eine der französischen Waffen wie Antoine Griezmann oder Kylian Mbappe? Oder eine überraschende Alternative? Rein körperlich könnte diese Frage durchaus mit Kim Shinwook beantwortet werden. Denn der lange Leuchtturm im südkoreanischen Sturm bringt eine ganz neue Dimension in das Spiel der Taeguk Warriors. Und auch seine Ziele sind durchaus riesig. 

Seine Rolle umreißt der Mittelstürmer Südkoreas ganz klar. „Ich bin im Grunde ein Ziel und Kopfball ist natürlich meine Spezialität,“ sieht sich der 1,96-Meter-Hüne als Wandstürmer. Doch natürlich wird er zu allererst an Toren gemessen. „Als Stürmer bin ich nichts, wenn ich nicht scoren kann. Das motiviert mich die ganze Zeit, denn ich versuche immer zu scoren, auch wenn ich unter Druck stehe. „

Und das scoren klappt gut beim 30-Jährigen. Zehn Treffer waren es bislang in 47 Länderspielen. Dabei startete Kim einst als Verteidiger. Doch dann wurde er umgeschult. Mehr aus Zufall, denn aus Willen. „Es gab so viele Stürmer, die zu dieser Zeit verletzt waren und der Trainer kam zu mir und fragte, ob ich da hoch gehen könnte. was sich als lebensverändernde Entscheidung erwies.“ Mittlerweile bestreitet er als Angreifer seine zweite WM.

Kim glaubt aus Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben

Doch 2014 bei der Weltmeisterschaft wollte es bei Kim mit dem Toreschießen und bei Südkorea mit dem Gewinnen nicht so recht klappen. „Beim letzten Mal in Brasilien dachten wir, wir wären in einer leichten Gruppe, aber wir hatten ein böses Erwachen“, blickt Kim auf die letzte WM zurück. „Sie [Belgien und Algerien] waren stärker als wir erwartet hatten. Aber gleichzeitig hatten wir unsere Chancen zu punkten, die wir nicht umsetzen konnten. „

Doch obwohl die Aufgabe in der Vorrunde diesmal mit Titelverteidiger Deutschland, Mexiko und Schweden ungleich schwerer erscheint, ist sich Kim sicher, dass Südkorea aus den Fehlern von 2014 gelernt hat. „Es ist dieses Mal ganz anders, denn wir sind in einer sehr schwierigen Gruppe – manche sagen, es wäre das schlimmste Szenario. Aber wir sind gut vorbereitet unter einem neuen Trainer, und wir werden versuchen, eine Einheit zu werden und dort unseren besten Fußball zu spielen. Wenn das möglich ist, können wir die erste Hürde überwinden. „

Und nicht nur bezüglich der südkoreanischen Ambitionen zeigt sich Kim optimistisch, sondern auch bezüglich seiner eigenen. „Es ist fair zu sagen, dass ich mich in der Nationalmannschaft etabliert habe, da ich persönlich und als Teamplayer Fortschritte mache. Ich bin gespannt darauf, dieses Mal wieder stärker zu werden, und ich werde zeigen, wozu ich fähig bin [in Russland].“ Seinen Antrieb bezieht er von allerhöchster Stelle. „Bei der Lektüre der Bibel geht es um meinen Glauben, und ich persönlich spiele mein Spiel für Gott. Der Grund, warum ich jedes Ziel mit meinen Knien auf dem Boden und meinen hoch gehaltenen Armen zelebriere, ist es, die Ehre mit Ihm zu teilen.“ So will man für Kim und Südkorea hoffen, dass sich der turmhohe Stürmer bei der WM möglichst oft Richtung Himmel wenden kann.