Weltmeister Blanc: Frankreich hat Zeug zum WM-Titel

WM 2018 Russland
Foto: shinobi / depositphotos

Laurent Blanc war Abwehrchef, Führungsspieler und sogar entscheidender Torschütze auf dem Weg zu Frankreichs einzigem WM-Sieg 1998. Der Triumph der Grande Nation auf heimischem Boden wäre ohne den Hünen nur schwer denkbar. Nun jährt sich der Titelgewinn zum 20. Mal. Zu diesem Anlass blickt der ehemalige französische Nationaltrainer bei FIFA.com auf den historischen Titelgewinn zurück, wirft aber auch einen Blick voraus auf die WM-Endrunde in Russland in diesem Sommer. 

Beide Hände an der Glatze von Fabian Barthez und ein Kuss auf eben diese. Das Bild, das sich bei Fußballfans rund um den Globus von der WM 1998 am meisten eingebrannt hat, war Laurent Blancs Glückskuss auf den rasierten Schädel von Torhüter Fabien Barthez. Dieses Glücksritual brachte die equipe tricolore bis zum WM-Sieg, einem 3-0 gegen Brasilien.

Damals war, trotz einem Zinedine Zidane in der Offensive, die Defensive um Blanc, Marcel Desailly, Lilian Thuram und Bixente Lizarazu das absolute Prunkstück der französischen Elf. Heute stellt sich das anders dar. Die Stars des aktuellen Teams aus Frankreich finden sich im Angriff. Und Laurent Blanc ist  überzeugt, dass “es besser ist, ein großes Offensivpotenzial zu haben, denn das ist schwieriger zu erreichen. Damit will ich nicht sagen, dass es einfacher ist, gute Abwehrspieler zu finden, aber es gibt sie häufiger als Spieler, die Tore schießen können. Und Tore verhindern ist einfacher als Tore schießen.”

Blanc: “Frankreich hat Potenzial, das es auszuschöpfen gilt.”

Einer der ganz großen Hoffnungsträger, Kylian Mbappe, war zu Frankreichs WM-Sieg 1998 noch nicht einmal geboren. Dennoch ruhen auch auf ihm enorme Erwartungen. Auch Laurent Blanc ist sich sicher, dass Frankreich das Zeug zum Gewinn der WM hat. “Offensiv gibt es nur wenige Mannschaften, die uns das Wasser reichen können,” ist er überzeugt. “Was fehlt, sind Abgeklärtheit und Erfahrung, aber das liegt in der Natur der Sache, weil es junge Spieler sind. Man kann nicht von ihnen verlangen, dass sie beides haben, jugendliche Unbekümmertheit und Erfahrung. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.”

“Aber wenn es gelingt, die richtige Mischung zwischen erfahrenen Spielern und jungen Talenten zu finden, wird es hochinteressant. Objektiv gesehen muss man aber sagen, dass es größere Favoriten gibt als Frankreich. Aber Frankreich hat Potenzial, das es auszuschöpfen gilt. Das wissen meiner Meinung nach inzwischen auch die Gegner und das allein ist gut.”