WM 2018 mit Videobeweis? Entscheidung naht

Der Videobeweis kommt bei der WM 2018 zum Einsatz
Foto: Marco Verch / Flickr (CC BY 2.0)

Das International Football Association Board (IFAB) tagte gestern im Home of FIFA in Zürich. Das zentrale Thema der 132. jährlichen Geschäftsversammlung war die Auswertung der ersten Erkenntnisse bezüglich des Einsatzes von Video-Schiedsrichterassistenten (VSA). Im Vorfeld wurde eigentlich eine klare Empfehlung des IFAB pro oder contra Videobeweis bei der WM 2018 in Russland erwartet. Doch das abschließende Statement der Tagung liest sich eher wie ein positives Fazit, nicht wie eine eindringliche Aufforderung an die Generalversammlung der IFAB, das oberste Regelgremium im internationalen Fußballverband.

IFAB-Geschäftsführer Lukas Brud zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen der bisherigen Testläufe des VSA. “Die Auswertung von über 800 Spielen mit Videobeweis hat positive und ermutigende Ergebnisse gebracht. Für eine Entscheidung der Generalversammlung sind keine weiteren Experimente nötig.” Die laufenden Tests in über 20 Ländern bei bislang 804 Partien reichen der FIFA offenbar aus, um ein positives Fazit zu ziehen.

98,9% aller Entscheidungen des VSA seien dabei korrekt, begründet die FIFA unter anderem ihr wohlwollendes Urteil. Wobei es sicherlich mehr darauf ankommt, ob die Entscheidungen des Hauptschiedsrichters durch den Videobeweis insgesamt merklich verbessert werden. Zumindest bei den Tests in Deutschland gab es dabei immer wieder Schwierigkeiten. Diese Ungereimtheiten in der Bundesliga habe die FIFA nicht genauer unter die Lupe genommen, sondern “das Thema eher global betrachtet und nicht Land für Land,” wie Brud einräumt.

Videobeweis: Definitive Entscheidung durch FIFA-Council Mitte März

Wie sieht nun der weitere Weg des VSA bis zur WM 2018 aus? Zunächst entscheidet die Generalversammlung des IFAB Anfang März, ob der Videobeweis grundsätzlich bei Spielen und Turnieren, die durch die FIFA veranstaltet werden, eingesetzt werden darf. Erlaubt das oberste Regelgremium der FIFA den Einsatz des VSA, entscheidet das FIFA-Council bei der Tagung am 15. und 16. März in Bogota, ob das technische Hilfsmittel bei der WM in Russland herangezogen wird.

Dass der Videoassistent auf dem Weg zur WM noch gestoppt wird, daran glaub fast keiner mehr. Denn auch FIFA-Präsident ist starker Befürwortet des Videobeweises. Nicht zuletzt auch finanzielle Anreize sollen dafür gesorgt haben, dass die Aufnahme des Videobeweises in das Regelwerk der FIFA bereits eine sichere Sache ist, wie Marketing-Direktor Le Floch überraschend gegenüber der Nachrichtenagentur AP offenlegte.