Zlatko Dalic: Vom No-Name zu Kroatiens WM-Coach

WM-Playoffs 2018: Kroatien und die Schweiz lösen ihr WM-Ticket
Foto: Agência Brasil / Wikipedia (CC BY 3.0 BR)

Vor wenigen Monaten hätten wohl selbst die meisten Fußballexperten außerhalb Kroatiens und des Nahen Ostens, seinen letzten Stationen, beim Namen Zlatko Dalic fragend die Augenbrauen gehoben. Spätestens nach der WM in Russland dürfte sich das ändern. Denn der 51-Jährige wird das kroatische Team dort als Trainer anführen. Und er geht diese Aufgabe voller Zuversicht und Vertrauen in seine Spieler an, wie er im Gespräch mit FIFA.com klarstellte. 

Die WM-Qualifikation der kroatischen Mannschaft glich einer Achterbahnfahrt. Einem sehr erfolgreichen Start mit einem Unentschieden gegen die Türkei und Siegen gegen die Mitkonkurrenten Ukraine und Island, sowie die vermeintlichen Außenseiter in der Gruppe schien alles auf den Gruppensieg hinauszulaufen.

Doch das Momentum kippte nach Niederlagen gegen Island und die Türkei, sowie lediglich einem Remis gegen Finnland zog der kroatische Verband die Reißleine, beurlaubte Ante Cacic und installierte Dalic zunächst als Übergangslösung.

Platz 1 in der Gruppe war bereits an Island vergeben. Im Endspiel gegen Ukraine ging es für die beiden punktgleichen Teams nur noch um Play-Off-Platz 2. Doch unter Motivator Dalic gewann Kroatien 2:0, fegte Griechenland aus den Play-Offs (4:1 und 0:0) und sicherte sich doch noch sein Ticket für Russland 2018.

Der Mann, der den Erfolg zurück nach Kroatien brachte, bleibt aber bescheiden: “In der Nationalmannschaft sind die Spieler der Schlüsselfaktor. Ich habe da nur ein bisschen nachgeholfen. Wir haben eine starke Truppe mit wirklich sehr guten Spielern. Sie brauchten einfach nur einen kleinen Schubser in die richtige Richtung,” stellt Dalic die Leistung seines Teams in den Vordergrund.

Was ist bei der WM möglich für Dalic und Kroatien?

Nach diesem Zick-Zack-Kurs in der WM-Vorbereitung und erst drei Spielen unter dem neuen, inzwischen als Dauerlösung feststehenden Nationaltrainer ist die kroatische Mannschaft extrem schwer einzuschätzen. “Wir haben gute Spieler bei europäischen Spitzenklubs. Mit Akteuren wie Modric, Mandzukic, Rakitic, [Ivan] Perisic, Kalinic und weiteren haben wir viel individuelle Klasse,” betont Dalic zwar: “Aber am wichtigsten ist immer das Team.” Schafft es Kroatien, die hohe Qualität, die sie in allen Mannschaftsteilen besitzen, auch zusammenzufügen und auf den Platz zu bringen?

Und es warten ja auch noch drei nicht zu unterschätzende Gegner gleich in der Vorrunde, die Dalic wie folgt einschätzt: “Island war schon in unserer Qualifikationsgruppe das beste Team. Wir kennen die Isländer sehr gut und haben in Reykjavik eine Niederlage gegen sie kassiert. Argentinien ist einer der Favoriten auf den Weltmeistertitel. Und Nigeria sehe ich als junges und erfolgshungriges Team mit sehr großem Potenzial. Das erste Spiel gegen Nigeria wird sehr wichtig, denn es bestimmt den weiteren Verlauf des Turniers für uns.”