Zwei Elfmeterschießen am Sonntag: Spanien verliert gegen den Gastgeber

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Am gestrigen Sonntag haben beide Achtelfinals keine Entscheidung über 120 Minuten erbringen können. Es musste jeweils ins Elfmeterschießen gehen. Gastgeber Russland setzte sich dabei sensationell gegen Titelfavorit Spanien durch. Die favorisierten Kroaten gewannen haarscharf gegen Dänemark – trotz drei vergebener Elfmeter. Damit kommt es um Viertfinale zum Duell Russland gegen Kroatien.

Die Russen kamen als Gruppenzweiter in das Achtelfinale. Das letzte Gruppenspiel gegen Uruguay hatten sie deutlich mit 0:3 verloren. Die Spanier wurden zwar Sieger der Gruppe B, konnten bislang aber noch nicht so recht überzeugen. Nur gegen Portugal (3:3) zeigten sie zeitweise Weltklasse-Leistungen.

Im Achtelfinale im Moskauer Luschniki-Stadion schaffte es die “Sbornaja” schnell, die Arena in einen Hexenkessel zu verwandeln. Die russische Mannschaft stand tief und lauerte auf Konter. Spanien setzte von Anfang an auf ballbesitzorientiertes, passreiches Spiel. Nach ruhigen ersten zehn Minuten, wurde der Weltmeister von 2010 allerdings schon belohnt: Zhirkov brachte Nacho auf der rechten Seite zu Fall. Den folgenden Freistoß brachte Asensio zum langen Pfosten, wo Ignashevich den Ball unglücklich mit der Wade ins Tor bugsierte, als er sich mit Sergio Ramos duellierte.

Fans und Mannschaften waren merklich geschockt. Erst in der 36. Minute gab Russland ein nächstes Lebenszeichen ab: Golovin probierte es mit einem Distanzschuss – allerdings ohne Erfolg. Diese Aktion schien den Gastgeber allerdings aufgeweckt zu haben. In der 41. Minute wurde ein Kopfball von Dzyuba von Piqués Arm aufgehalten. Schiedsrichter Kuipers entschied auf Elfmeter, den Dzyuba souverän verwandelte. Mit dem 1:1 ging es in die Kabinen.

In der zweiten Halbzeit agierten die Spanier zielstrebiger, allerdings konnten sie sich weiterhin keine hochkarätigen Chancen erspielen. Die “Sbornaja” hielt die Iberer vom eigenen Strafraum fern und lauerte weiterhin auf Kontergelegenheiten. Erst in der 85. Minute wurde es wieder richtig gefährlich: Iniesta und der eingewechselte Iago Aspas scheiterten mit einer Doppelchance an Russlands Keeper Akinfeev. Es blieb beim 1:1 nach 90 Minuten. In der Verlängerung hatte Rodrigo Moreno in der 109. Minute nochmals eine gute Chance, doch sein Schuss war zu unplatziert, um Akinfeev vor größere Probleme zu stellen. Schließlich musste also das Elfmeterschießen entscheiden.

Nachdem Iniesta, Smolov, Piqué und Ignashevich die jeweils ersten zwei Elfmeter für ihre Teams verwandelten, zeigte Spaniens Koke Nerven und scheiterte an Akinfeev. Golovin, Ramos und Cheryshev trafen sicher. Den nachfolgenden Elfmeter von Iago Aspas konnte Akinfeev ebenfalls entschärfen. Damit stand fest: Russland gewinnt und steht im Viertelfinale.

Kroatien im Viertelfinale – trotz drei vergebener Elfmeter

Kroatien hatte sich mit drei Siegen als souveräner Gruppensieger (vor Argentinien) für das Achtelfinale qualifiziert. Dänemark holte in Gruppe C fünf Punkte und landete hinter Frankreich auf Rang zwei.

In ihrem Achtelfinale legten beide Teams los wie die Feuerwehr. In der ersten Minute gingen die Dänen nach einem langen Einwurf von Knudsen in Führung. Im Getümmel nach dem Einwurf bugsierte der Neu-Dortmunder Delaney den Ball zu Jörgensen, der den Ball aus kurzer Distanz ins Tor beförderte. Kroatiens Keeper Subasic sah dabei nicht gut aus. Dies war das schnellste Tor bei der diesjährigen Weltmeisterschaft. Kroatien antwortete fast postwendend. Nach einer Flanke von Vrsaljko schoss Dalsgaard seinen eigenen Mitspieler Christensen an. Der Ball flog vor die Füße von Mandzukic, der aus sechs Metern Entfernung zum Ausgleich traf (4. Minute).

Es blieb zunächst ein flottes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, z.B. Braithwaite (27.) und Eriksen (39.) für Dänemark oder Perisic (29.) und Lovren (39.) für Kroatien. Mit dem gerechten 1:1 ging es in die Kabinen zur Halbzeit.

Im zweiten Abschnitt verflachte die Partie immer mehr. Beide Teams führten engagierte, aber größtenteils faire Zweikämpfe. Zu gefährlichen Abschlüssen kam es jedoch kaum mehr. Erst ab der 70. Minute nahm das Spiel wieder etwas Fahrt auf. Rebic scheiterte in der 78. Minute an Schmeichel, Perisic zielte per Kopf über das Tor (84. Minute). In der Nachspielzeit versuchten es Rakitic und Braithwaite noch mit Distanzschüssen, die allerdings nichts einbrachten.

Es sollte in eine turbulente Verlängerung gehen. In der 116. Minute umspielte Rebic nach einem Konter Dänemarks Keeper Schmeichel. Frei vor dem Tor wurde er allerdings von Jörgensen zu Fall gebracht. Nach dem klaren Foul gab es Gelb für den Dänen und Elfmeter für Kroatien. Doch ausgerechnet Topstar Luka Modric von Real Madrid zeigte Nerven und scheiterte an Keeper Schmeichel. Damit musste das Elfmeterschießen entscheiden, da kein weiteres Tor mehr fallen sollte.

Mit Eriksen und Badelj scheiterten gleich die ersten beiden Schützen der Teams. Kjaer, Kramaric, Krohn-Dehli und (erneut) Modric verwandelten die nächsten Elfmeter sicher. Anschließend parierte Subasic gegen Schöne. Doch Schmeichel tat es ihm gleich nach und hielt den Elfmeter von Pivaric. Für Dänemark trat nun Nicolai Jörgensen an, der allerdings kläglich scheiterte. Den entscheidenden Elfmeter versenkte der Ex-Schalker Ivan Rakitic. Damit standen die Kroaten im Viertelfinale.

In der Runde der letzten Acht trifft Gastgeber Russland am Samstag (20.00 Uhr) in Sotschi auf Kroatien. Zuvor hatten sich bereits Frankreich und Uruguay für das Viertelfinale qualifiziert. Nach dem Aus von Spanien sind sämtliche der drei letzten Weltmeister bereits nicht mehr dabei (Deutschland in der Gruppenphase, Spanien im Achtelfinale, Italien gar nicht erst qualifiziert).